Am Wochenende 24. und 25. Juli 2010 fand ein zweites Mal das Seminar "Denken wie ein Hund" mit Mario Nauke bei uns in Heikendorf statt. Für den theoretischen Teil haben wir wieder das Vereinsheim des Schützenvereins angemietet und der praktische Teil wurde auf unserem Trainingsgelände direkt nebenan durchgeführt.
Mario Nauke ist als Wesensrichter für den LCD (Labrador Club Deutschland e.V.) tätig und betreibt in Chemnitz seine Hundeführerschule
Erst einmal möchte ich mich bei allen Teilnehmern bedanken, daß ihr zu uns gekommen seid. Ganz besonders meinen Welpenleuten danke ich, da sie zum Teil weite Wege auf sich genommen und sogar Übernachtungen mit in Kauf genommen haben. Das ist einfach super, daß ihr so ein tolles Engagement gezeigt habt und weder Zeit noch Mühen und auch die Kosten nicht gescheut habt, um euch für das Leben mit eurem neuen Familienmitglied weitere Informationen einzuholen und wieder ein Stück weit zu wappnen.
Ich danke Mario Nauke für diese 2 lehrreichen und informativen Tage !!!
Und ich danke natürlich meinen lieben Helfern, Regina und Günter, auf die ich bei solchen Events immer zählen kann, da sie mir dann stets hilfsbereit zur Seite stehen. Danke!
Hier seht ihr nun ein paar Bilder von den beiden Tagen, die, wie ich finde, sehr wohl das widerspiegeln, was alle empfunden haben: es gab sehr viel Input für die Menschen, zum Teil rauchten die Köpfe, aber alles kam mit tollem Engagement, viel Witz und guten Beispielen vom Seminarleiter rüber. So gab es auch viel Spaß, es wurde viel gelacht und man hat sich immer wieder selbst in den Beispielgeschichten wiedererkannt. Rudi, vielen Dank für das unermüdliche Fotografieren! :-)
Die jüngeren Hunde haben in ihren Kennel geschlafen. Es hat super geklappt, kaum Gejaule, schnell haben sich alle zur Ruhe begeben.
In Form von Zeichnungen hat Mario auch seine künstlerische Seite gezeigt.
"Meine Güte, ob ich das alles auch so hinkriege?"
Ertappt bei: auch ich streichle meinen Hund zu viel!
Durch gut ausgewählte Beispiele, mit denen Mario seine Ausführungen untermauerte ...
... und die mit viel Witz rüberkamen, ...
... war die Thematik für alle sehr gut nachzuvollziehen.
Lizzy durfte die beiden Tage mit dabei sein, schließlich waren alle 8 Kinder von ihr dort und freuten sich, ihre Mama wiederzusehen. Und auch Lizzy genoss es, von einem zum anderen zu gehen, zu schnüffeln, zu lecken, zu spielen und freute sich scheinbar, daß es ihren Kindern so gut geht. :-)
Am 2. Tag haben wir dann gemeinsam ein paar praktische Übungen auf unserem Trainingsgelände durchgeführt.
Melli und Baja (FC Bright Lights)
Lizzy und 3 ihrer schwarzen Kinder
Ulli und Smilla (FC Celebration) bei der Leinenführigkeitsübung
Bosse (FC Clever Dreamboy) langweilt sich und fragt sich, wann er wohl endlich mal was machen darf.
Ebby (FC Crystal Rose "Rosie") beobachtet gespannt die arbeitenden Hunde
Jetzt ist sie selbst dran: Petra und Ebby
Mario Nauke arbeitet mit Ebby
Smilla (FC Cool Touch)
Lizzy geht mal ins Down - muß ja eh immer nur warten ... ;-(
Finn (FC Cloudy Sunday)
Julia und Lina
Paula (FC Charming Charlotte)
Sigi und Finy (Jack-Russel-Terrier-Hündin)
Stormy (FC Autumn Storm)
Mario arbeitet mit Corny (FC Cornwall Dream)
Corny
Mario motiviert Finy und siehe da ...
... letztendlich apportiert sie ein 500g-schweres Dummy!
Bosse (li.) und seine Tante Baja (re.)
Informationen, Spannung, Spaß und Freude - so verlief das Wochenende!
Aber auch das schönste Seminar geht mal zu Ende.
Ich wünsche euch allen, daß ihr viel mit nach Hause nehmen konntet und daß dieses Seminar euch Anregungen und Möglichkeiten aufgezeigt hat, wie man ein gutes hundgerechtes Verständnis entwickeln kann. Und daß man vielleicht jetzt den Hund mit etwas anderen Augen ansieht: nämlich mit hundlich denkenden und nicht nur mit menschlich denkenden!
In diesem Sinne:
Viel Erfolg - aber auch viel Freude - bei der weiteren Arbeit und Ausbildung mit eurem Hund!
Und da ist er wieder - der Mann am Besen. Vielen Dank, Günter!
Ein großes Dankeschön geht an Sandra für den nachfolgenden, wirklich toll geschriebenen Bericht, in dem sie ihre Eindrücke dieses Wochenendes schildert!
Eindrücke vom Seminar
„Denken wie ein Hund“ mit
Mario Nauke
Da
hat man nun viele Bücher gelesen, geht mit seinem kleinen Vierpföter regelmäßig
zur Hundeschule (komisch – bei uns heißt sie auch nicht
Hundeführerschule, obwohl ganz klar Herrchen und Frauchen beschult
werden!), ist im ständigen Kontakt mit Marita, die uns wirklich immer mit Rat
und Tat zur Seite steht und ist sich dennoch bei der Erziehung des kleinen
Raubtieres nicht immer ganz sicher. Ganz klar, dass uns das Wochenendseminar
wieder ein Stück weitergebracht hat und wir nun sicherlich alle versuchen, wie
ein Hund zu denkenJ.
Uns
brummte der Kopf von diesen vielen Infos: die Sinnesleistungen des Hundes, Reize
und Reflexe, Trieb- und Instinktverhalten, biotische und abiotische
Umweltfaktoren, Verständigung der Hunde untereinander …
Wir
mussten erkennen, dass unsere kleinen Lieblinge uns in vielen Bereichen weit
voraus sind und es ihnen viel leichter fällt als uns Menschen Körpersprache,
Mimik und Geruch des Gegenübers zu verstehen.
Aber
eins war schnell klar, wenn wir nicht der Rudelführer sind, wird diesen Job
unser Hund übernehmen und der ist damit überfordert, so dass die Probleme
vorprogrammiert sind.
Aber
nun haben wir es ja verstanden:
KAD hilft uns weiter!
Konsequenz, Ausdauer, Disziplin
Tja,
und dann sitzt man da, hört zu und stellt fest, dass es doch noch einiges zu
ändern gilt, wenn aus dem kleinen Welpen ein toller Begleithund werden
soll:
- Kennt Corny wirklich seinen Namen oder heißt er nicht schon Corny-Sitz?
- Knabbert Corny noch immer so gern an meinem Arm, weil er eine Quietschente hat und er immer darauf wartet, dass ich auch so schön quietsche (Stichwort: Entwicklung der Beißhemmung! - Aber wir haben ja gelernt, dass wir durch einen einfachen operativen Eingriff mit einer Fleischgabel den Quietscher abstellen können!)
- Streicheln wir unseren kleinen Liebling nicht doch zu oft? Sind wir als Rudelführer für ihn spannend
- Orientiert er sich wirklich schon an uns, schränken wir die Reize für ihn genug ein?
- Wie bauen wir das Fundament der Erziehung auf
- haben wir die Kommandos (Name, Nein, Aus, Hier, Fuß, Sitz, Platz, Apport oder Bleib) richtig eingeführt und sind wir bei der Ausführung konsequent genug?
Fragen über Fragen, aber
eins beruhigt uns: Den anderen schien es genauso zu gehenJ und wir hatten viel Spaß,
wenn Mario Nauke mit einem Beispiel aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz
oder mit einer witzigen Zeichnung die Infos vermittelte. Dass der ein oder
andere von uns sich einem kritischen Frage – Antwort – Spiel unterziehen musste,
zeigte eigentlich nur noch deutlicher, dass wir halt in vielen Bereichen doch
wie ein Mensch denken.
Ja und die Praxis für Mensch und Hund kam natürlich auch nicht zu kurz:
Das begann schon damit,
dass bis zu sieben Welpen und drei erwachsene Hunde im Raum friedlich
nebeneinander liegen mussten – ein Hoch auf die Erfindung des Kennels! Ich
finde, die Hunde haben sich vorbildlich benommenJ.
Abends gab es noch einmal
eine richtige Herausforderung für Corny und sein Frauchen im Restaurant Bella
Italia: Hier hat Corny echt noch Förderbedarf – seine Geschwister Ebby und Finn
lagen links und rechts brav unter´m Tisch und hatten bestimmt schon öfter geübt.
Corny wollte mal wieder im Mittelpunkt stehen und sein kräftiges Stimmchen
trainieren; Frauchens Versuche, dies zu unterbinden waren wohl doch zu
waldorfmäßig!! Danke Mario!Aber jetzt habe ich es verstanden: „Nein“ muss man
auch mal knurren oder „Lass das“ zischen, damit dem Hund klar wird, dass Kläffen
im Restaurant nicht erlaubt ist. Wir gehen weiter ins Trainingslager und werden
demnächst öfter Essen gehen. Bericht folgt.
Was gab´s außerdem?
- Vorteile und Umgang mit der Moxon-Leine
- Habt ihr eigentlich eine Operationskostenversicherung?
- Adäquate Kleidung für den Hundebesitzer: Weste mit Hundepfeife, Leckerchentasche (hängt hinten links an der Hose), Gummistiefel & Co
- Und auf dem Trainingsplatz lernten die kleinen Welpen nicht nur fleißig "Fuß" gehen, sondern auch warten, warten, warten und zugucken. Die großen Labbis durften schon mal ihr Können unter Beweis stellen: Wir waren alle sehr beeindruckt von Lizzy, Baja, Storm, Carlo und Finy!
Abschließend kann man nur
noch einmal DANKE sagen an Mario Nauke, dass er mit seinem Elan, seinem Witz und
seinen lustigen Beispielen uns an so vielen Stellen aufgezeigt hat, wie wichtig
es ist, ein guter Rudelführer zu sein, dass es keine Patentlösung für uns alle
gibt, sondern dass jeder Hund, jedes Frauchen, jedes Herrchen unterschiedlich
ist und man individuell entscheiden muss, welcher Weg der beste ist.
Danke müssen wir natürlich
auch immer wieder unserer Marita sagen. Dafür, dass sie sich weiterhin um uns
kümmert, sie jede Mail sofort beantwortet, kein Telefonat scheut, um Mut zu
machen und sie sich weiterhin um das Wohl ihrer kleinen Octopusbande sorgt.
Haben wir nicht alle ein Glück, dass wir Marita kennen gelernt haben?
Herzlichen Dank auch an
Rudi (leckeres Essen und super Fotos) und alle anderen Helfer. Wir freuen
uns auf ein baldiges Wiedersehen mit euch allen und wünschen euch weiterhin
genauso viel Freude mit eurem kleinen Labbi wie wir mit unserem Corny
haben.
Sandra Steinhoff-Schäfer
Die folgenden Bilder haben wir am Samstagabend des Seminar-Wochenendes im Ristorante "Bella Italia" in Schönberg aufgenommen, wo wir mit einigen Teilnehmern, die auch hier bei uns in der Nähe übernachtet haben, einen gemütlichen Abend bei Essen und Trinken verbracht haben.
(Die Bilder sind bei Kunstlicht und mit dem Handy aufgenommen worden,
entschuldigt daher die nicht so gute Bildqualität - wir wollten sie euch
jedoch nicht vorenthalten.)